{"id":103387,"date":"2026-01-29T06:27:31","date_gmt":"2026-01-29T05:27:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/?p=103387"},"modified":"2026-02-04T06:27:47","modified_gmt":"2026-02-04T05:27:47","slug":"marie-theres-relin-schell-ausstellung-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/?p=103387","title":{"rendered":"Yes, Schell can!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: grey;\"><em>Marie Theres Relin (links) und Michael Halberstadt, gemeinsam singend. Foto: Isabella Krobisch<\/em><\/span><\/p>\n<blockquote><p>Lesung und Ausstellungser\u00f6ffnung im Waitzinger Keller Miesbach<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Zum Auftakt der Ausstellung \u201eYes, we Schell!\u201c las Marie Theres Relin im Miesbacher Kulturzentrum, dem Waitzinger Keller, aus ihrem gleichnamigen neuen Buch. Begleitet vom Musiker Michael Halberstadt, gew\u00e4hrte die Tochter von Maria Schell interessante Einblicke in das bewegte Leben ihrer Mutter &#8211; und zugleich in ihr eigenes. Fazit: Yes, Schell can! Die Familie Schell kann auch heute noch faszinieren.<\/strong><\/p>\n<h2>Zum 100. Geburtstag<\/h2>\n<p>Zu dieser Lesung waren explizit Senioren eingeladen \u2013 und sie kamen auch zahlreich. Mit dem Buch soll an Marie Theres Relins ber\u00fchmte Mutter erinnert werden, die vor allem der Nachkriegsgeneration als international erfolgreicher Filmstar im Ged\u00e4chtnis geblieben ist. Maria Schell h\u00e4tte am 15. Januar 2026 ihren 100. Geburtstag gefeiert.<\/p>\n<h2>Von allen Seiten betrachtet<\/h2>\n<p>Marie Theres Relin l\u00e4sst in dem Buch auch ihre Mutter zu Wort kommen, h\u00e4lt mit ihr Zwiegespr\u00e4che, gibt die Worte ihres Vaters, Schauspieler und Regisseur Veit Relin, \u00fcber Maria Schell preis. Aus allen Kategorien war etwas zu h\u00f6ren \u2013 \u00fcber die fr\u00fchen Jahre ihrer Mutter, ihre Filmkarriere, die Begegnungen im Showbusiness, die deutsche Klatschpresse, ihr Leben im Alter. Marie Theres Relin schreibt dabei in bildhafter Sprache und mit vielen Referenzen \u00fcber das Leben ihrer Mutter &#8211; quirlig, mitrei\u00dfend und faszinierend. Und sie war als Tochter mittendrin. F\u00fcr sie waren Begegnungen mit den Prominenten jener Zeit Alltag, obwohl ihr Lebensmittelpunkt das Elternhaus in der N\u00e4he des eher beschaulichen Wasserburg am Inn war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-103391\" src=\"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/wp\/kulturvision-tes\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Cover-des-neuen-Buches-von-M.-T.-Relin_KB.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Cover-des-neuen-Buches-von-M.-T.-Relin_KB.jpg 640w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Cover-des-neuen-Buches-von-M.-T.-Relin_KB-400x300.jpg 400w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Cover-des-neuen-Buches-von-M.-T.-Relin_KB-200x150.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><br \/>\n<span style=\"color: grey;\"><em>Cover des neuen Buches von Marie Theres Relin. Foto: Kerstin Brandes<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Nicht immer eitel Sonnenschein<\/h2>\n<p>Maria Schell wird portraitiert als die gefeierte Schauspielerin, die Mutter, die immer Liebe-suchende, die Zwiegespaltene. Die Kapitel\u00fcberschriften verleiten zun\u00e4chst zum Schmunzeln, wie zum Beispiel \u201eEine Frau ist nie untreu, wenn sie gl\u00fccklich ist oder wenn sie Begegnungen mit den aufregendsten M\u00e4nnern der Welt hat\u201c. Etwas sp\u00e4ter im Buch \u00e4ndern sich die Titel. Sie lassen eine nicht immer heile Welt mit inneren K\u00e4mpfen, Druck von au\u00dfen und seelischem Schmerz erahnen.<\/p>\n<p>Wer Marie Theres Relins Leben betrachtet, sieht, dass auch bei ihr nicht immer alles eitel Sonnenschein war. Auch sie musste ihre K\u00e4mpfe ausfechten und macht das nach wie vor. Als eine Frau sagt sie Frauen: Ja, wir sollten! Gleichberechtigt leben, mitbestimmen, nicht reduziert werden, in keine Schublade gesteckt werden &#8211; das propagiert sie unerm\u00fcdlich. Auch in ihrem Buch l\u00e4sst sie dies nicht au\u00dfen vor und beleuchtet das Leben ihrer Mutter unter diesen Aspekten.<\/p>\n<p><strong>Lesetipp:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/maria-schell-waitinger-keller-2026\/\" rel=\"noopener\">Yes, we Schell!<\/a><\/p>\n<h2>Keine Sternchen, sondern Stars<\/h2>\n<p>Gef\u00fchlt kannte Maria Schell alle Stars. Sie drehte Filme mit den deutschen Schauspielgr\u00f6\u00dfen der Nachkriegszeit wie Dieter Borsche, O.W. Fischer und Curd J\u00fcrgens. Im Buch beschreiben die Tochter als auch die Mutter ihre Begegnungen &#8211; und mitunter Freundschaften &#8211; zu Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Ernest Hemingway, Jean Marais, Elisabeth Taylor, Yul Brynner, Walt Disney, Glenn Ford, Gary Cooper oder auch David Bowie und Mick Jagger, um nur einige zu nennen. Durch Maria Schell bekam die noch junge Bundesrepublik etwas vom Glamour Hollywoods ab.<\/p>\n<h2>Leise T\u00f6ne<\/h2>\n<p>Bei dem \u201eGespr\u00e4ch zwischen Mutter und Tochter\u201c kommen leise T\u00f6ne auf. Es war ein Zwiegespr\u00e4ch gegen Mitternacht im Jahr 2004. Die bereits durch Krankheit gezeichnete Mutter lie\u00df die Tochter an ihren Gef\u00fchlen teilhaben. Maria Schell sprach von Tod und Einsamkeit. Ein intimer, ber\u00fchrender Moment im Buch. Doch auch wenn sie von Tod und Einsamkeit sprach, so waren ihre Gedanken hell und sie war ganz bei sich.<\/p>\n<p>Marie Theres Relin schl\u00fcpfte w\u00e4hrend der Lesung in die beiden Rollen und gab einen Einblick in ihr schauspielerisches Talent. Neben der Optik ist es vor allem die Stimme, die eine frappierende \u00c4hnlichkeit zu der ihrer Mutter hat. Wenn sie etwas tiefer spricht, meint man Maria Schell zu h\u00f6ren. Dieses Timbre ist unverwechselbar. Parallel zum Buch hat Marie Theres Relin eine H\u00f6rbuchfassung aufgenommen, der man, auch durch diese besondere Klangfarbe, fasziniert lauscht.<\/p>\n<p>In diesem Kapitel kam auch eine weitere Intention des Buches heraus. Der Titel ist Programm: Ja, wir sollten! Neben dem Erinnern sei f\u00fcr Marie Theres Relin auch die Kommunikation zu Lebzeiten wichtig &#8211; Verbindungen pflegen, sich besuchen, einander erz\u00e4hlen und zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-103393\" src=\"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/wp\/kulturvision-tes\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/M.-T.-Relin-beim-Signieren_KB.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/M.-T.-Relin-beim-Signieren_KB.jpg 640w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/M.-T.-Relin-beim-Signieren_KB-400x300.jpg 400w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/M.-T.-Relin-beim-Signieren_KB-200x150.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><br \/>\n<span style=\"color: grey;\"><em>Marie Theres Relin beim Signieren ihres Buches. Foto: Kerstin Brandes<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Musikalische Begleitung<\/h2>\n<p>Die Lesung wurde vom Musiker <a href=\"https:\/\/www.michaelhalberstadt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Michael Halberstadt<\/a> begleitet. Mit seiner Gitarre untermalte er stimmungsvoll die Lesung zwischen den einzelnen Kapiteln. Er sang dabei von Leben und Tod, von Liebe und Schmerz. Mal mehr, mal weniger bekannte Lieder. Zwischendurch stimmte Marie Theres Relin mit ein und somit sangen sie im Duett das ein oder andere St\u00fcck gemeinsam. Einige St\u00fccke entstammen der dem H\u00f6rbuch beigef\u00fcgten CD mit bekannten Tr\u00e4nenliedern von Maria Schell und Veit Relin.<\/p>\n<h2>Ein s\u00fc\u00dfes Andenken<\/h2>\n<p>Am Anschluss an die Lesung bedankte sich Marie Theres Relin ausdr\u00fccklich bei Karin Priller vom Sozialamt der Stadt Miesbach. Sie verteilte am Ausgang an jeden Besucher eine Tafel der \u201eMaria-Schell-Schokolade\u201c. Eine nette und gro\u00dfz\u00fcgige Geste. Der <a href=\"https:\/\/schell-schokoladen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konditormeister Eberhard Schell<\/a> aus Gundelsheim fertigt diese und hat auf Initiative von Marie Theres Relin auch eine \u201eMaria-Schell-Praline\u201c kreiert. Eberhard Schell ist kein Verwandter, aber mit Maria Schell emotional verbunden: Er und seine Frau hatten ihr erstes Date im Kino \u2013 bei einem Film mit Maria Schell.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-103397\" src=\"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/wp\/kulturvision-tes\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Relin-Priller-Meyerhofer-F-IK.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Relin-Priller-Meyerhofer-F-IK.jpg 800w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Relin-Priller-Meyerhofer-F-IK-400x300.jpg 400w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Relin-Priller-Meyerhofer-F-IK-200x150.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><br \/>\n<span style=\"color: grey;\"><em>Foto links: Karin Priller vom Sozialamt Miesbach und die \u201eMaria-Schell-Schokolade\u201c; Foto rechts: Marie Theres Relin (links) und Lisa Meyerhofer. Fotos: Isabella Krobisch<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Zur Ausstellung<\/h2>\n<p>Ein weiterer Dank galt Lisa Meyerhofer, vom Kulturzentrum Waitzinger Keller. Sie hat die Ausstellung kuratiert und l\u00e4sst die Besucher in der Vergangenheit schwelgen. Zu Beginn der Ausstellung ist ein Tisch zu sehen, auf dem ein vermeintlich altes W\u00e4hlscheibentelefon steht. An dieser H\u00f6rstation kann man einigen Kapiteln des H\u00f6rbuches lauschen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-103399\" src=\"https:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/wp\/kulturvision-tes\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Per-Telefon-zum-Hoerbuch.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Per-Telefon-zum-Hoerbuch.jpg 640w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Per-Telefon-zum-Hoerbuch-400x300.jpg 400w, https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Per-Telefon-zum-Hoerbuch-200x150.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><br \/>\n<span style=\"color: grey;\"><em>Per Telefon zum H\u00f6rbuch. Foto: Kerstin Brandes<\/em><\/span><\/p>\n<p>Der Treppe entlang beginnen die Bilder von Stationen aus Maria Schells Leben und f\u00fcllen das Foyer im ersten Obergeschoss. Viele Fotografien stammen aus ihren Kindheitstagen und zeigen auch ihre Mutter, ihre Gro\u00dfmutter und ihre Geschwister Maximilian, Carl und Immy. Auf einigen Aufnahmen ist sie als blutjunge Schauspielerin zu sehen. Hinzu kommen Bilder aus ihrer Hochzeit als Aktrice. Und immer wieder sind Familienfotos aus dem privaten Archiv zu sehen. Ein bewegtes Leben, das ganze Spektrum &#8211; eingefangen in Fotografien, die ber\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"arconix-box arconix-box-lblue\"><div class=\"arconix-box-content\">Die Ausstellung ist bis 18. April 2026 im Kulturzentrum Waitzinger Keller in Miesbach zu sehen. Sie ist von Montag bis Freitag von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr und donnerstags auch von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie bei Saalveranstaltungen ge\u00f6ffnet<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Auftakt der Ausstellung \u201eYes, we Schell!\u201c las Marie Theres Relin im Miesbacher Kulturzentrum, dem Waitzinger Keller, aus ihrem gleichnamigen neuen Buch. 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