{"id":4580,"date":"2016-08-07T17:13:26","date_gmt":"2016-08-07T16:13:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kulturvision-aktuell.de\/?p=4580"},"modified":"2022-01-03T09:33:08","modified_gmt":"2022-01-03T08:33:08","slug":"ensemble-isara-tegernsee-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.kulturvision-aktuell.de\/?p=4580","title":{"rendered":"Schwungvolle Spielkunst"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: grey;\"><em>Ensemble Isara. Foto: Podium junger Musiker<\/em><\/span><\/p>\n<blockquote><p>Konzert in Tegernsee<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Ein sympathisches, locker auftretendes Trio, bestehend aus dem Fl\u00f6tisten Maximilian Randlinger, der Hornistin Marlene Pschorr und dem Pianisten Georg Michael Grau, bot zum sechsten Konzert 2016 der Reihe \u201ePodium f\u00fcr junge Solisten\u201c im Barocksaal ein abwechslungsreiches Programm.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Das &#8222;Ensemble Isara\u201c, dessen Mitglieder jeweils Preistr\u00e4ger hochwertiger Wettbewerbe und Stipendiaten namhafter Stiftungen sind, nahm das Publikum auf eine Reise durch das musikalische Mitteleuropa des 19. Jahrhunderts mit. Frankreich, Schweiz, Deutschland, \u00d6sterreich-Ungarn und Polen waren die Schaffensst\u00e4tten der ausgesuchten Komponisten.<\/p>\n<p><strong><em>Malerische Idylle<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Franz Dopplers Triowerk \u201eSouvenir du Rigi\u201c op.34 erklang sehr inspiriert, von den Eindr\u00fccken der Landschaft um dieses Schweizer Bergmassivs, das schon der Maler Turner festhielt, das Goethe und Mark Twain schon bestiegen, gepr\u00e4gt. Die malerische Idylle, die Wolkenbr\u00fccke, der Vierwaldst\u00e4tter See, manche Impression alpiner Musik von den Alph\u00f6rnern bis zu den Fl\u00f6ten der Schweizer Alphirten, welche der noch zu Fu\u00df erklimmende Wiener Fl\u00f6tenvirtuose Albert Franz Doppler in sich aufnahm, spiegelten sich in der getragenen und durchdachten Interpretation des \u201eEnsemble Isara\u201c.<\/p>\n<p>Horn und Klavier gestalteten Beethovens Sonate F-Dur op.17, die Beethoven in zwei Tagen fertigstellte, f\u00fcr den unter seinem italienischen K\u00fcnstlernamen Giovanni Punto in ganz Europa bekannten Hornisten. Dieser floh 20j\u00e4hrig aus den Diensten des Prager Grafen Thun und konnte deswegen lange nicht nach \u00d6sterreich-Ungarn zur\u00fcck. Am 18.April 1800 war es soweit und zu seinem lang erwartetes Wiener Deb\u00fct komponierte der 30j\u00e4hrige Beethoven nicht nur dieses ganz auf die virtuosen F\u00e4higkeiten des 53j\u00e4hrigen B\u00f6hmer Hornisten Wenzel Stich zugeschnittene Werk, er begleitete ihn dabei auch am Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p><strong><em>Aufregend virtuoser Dialog<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Marlene Pschorr und Georg Michael Grau stiegen jeweils entschlossen in die Fanfare des Beginns ein, galant in die Figurationen und entwickelten diese zwei Motive bravour\u00f6s. Im Adagio antwortete das Horn mit zarten Echos auf das d\u00fcstere f-Moll des Klaviers, und im Finale bauten die zwei Musiker charmant einen aufregenden virtuosen Dialog auf.<br \/>\nDie preisgekr\u00f6nte Komponistin Melanie Bonis gab ihre etwa 300 Werke als Mel Bonis heraus, das talentierte M\u00e4dchen wurde 1858 in einer kleinb\u00fcrgerlichen Pariser Familie geboren, die ihr musikalisches Talent kaum f\u00f6rderte und ihr nur widerwillig ein Studium am Conservatoire erlaubte, dass sie f\u00fcnf Jahre erfolgreich wahrnahm. Um eine Verbindung mit einem Studienkollegen zu verhindern, verheirateten sie die Eltern mit einem 22 Jahre \u00e4lteren Industriellen. Dessen f\u00fcnf und die sp\u00e4ter zus\u00e4tzlichen vier eigenen Kinder erlaubten es ihr erst es um die Jahrhundertwende sich wieder der Komposition zuzuwenden.<\/p>\n<p>Die 4 \u201eSc\u00e8nes de la for\u00eat\u201c op. 123 f\u00fcr Fl\u00f6te Horn und Klavier entstanden 1928, Nocturne, A l\u2018aube, Invocation und Pour Artemis, lie\u00dfen das \u201eEnsemble Isara\u201c als ein Panorama Bonis\u2018 Stils erklingen, von Zartheit, W\u00e4rme und Elegie der Nacht, von idyllischen Aufwachen der Natur, von tr\u00e4umerischer Sanftheit in der Anrufung, die Jagdg\u00f6ttin bewegt und entschlossen.<\/p>\n<p><strong><em>Faszinierende Klanggebung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit Chopins Et\u00fcde As-Dur op 25, auch \u201eHarfenet\u00fcde\u201c genannt und Liszts Konzertet\u00fcde Des-Dur \u201eUn sospiro\u201c zeigte Pianist Georg Michael Grau seine bemerkenswerten virtuosen und interpretatorischen F\u00e4higkeiten. Ganz besonders beleuchtet, mit einer faszinierenden Klanggebung erklang Chopins Werk, und die technischen Raffinessen um die dramatisch singend gef\u00fchrte Hauptmelodie waren von Sensibilit\u00e4t und Brillanz geleitet.<\/p>\n<p>Ergreifendstes Werk wurde Schuberts Introduktion, Thema und Variationen e-Moll \u00fcber \u201eTrockne Blumen\u201c f\u00fcr Fl\u00f6te und Klavier, f\u00fcr den Fl\u00f6tisten Bogner von Schubert \u00fcber sein eigenes Lied aus dem Zyklus \u201eDie sch\u00f6ne M\u00fcllerin\u201c entstanden. Maximilian Randlinger und Georg Michael Grau beleuchteten die variierte musikalische Aussage des Liedes in unheimlich gekonnter Manier, empfanden Nachdenklichkeit, Zerknirschtheit und Hoffnungslosigkeit nach und belebten das Geschehen mit ihrer virtuosen und schwungvollen Spielkunst.<\/p>\n<p>Als letztes St\u00fcck f\u00fcr das komplette \u201eEnsemble Isara\u201c erklang das eins\u00e4tzige Trio von Fr\u00e9d\u00e9ric Duvernoy, gem\u00fctlich und vers\u00f6hnend, mit dynamischem mitrei\u00dfendem Schluss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sympathisches,locker auftretendes Trio, bestehend aus dem Fl\u00f6tisten Maximilian Randlinger, der Hornistin Marlene Pschorr und dem Pianisten Georg Michael Grau,bot zum sechsten Konzert 2016 der Reihe \u201ePodium f\u00fcr junge Solisten\u201c im Tegernseer Barocksaal ein abwechslungsreiches Programm. <\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":17301,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"sfsi_plus_gutenberg_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_show_text_before_share":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_type":"","sfsi_plus_gutenberg_icon_alignemt":"","sfsi_plus_gutenburg_max_per_row":"","_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[109,135],"tags":[359,4713,358],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.8.1 - 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