Rupertihof

Leben so, wie ich es will

Kunigunde Bagemihl gestaltet CD-Konzerte. Foto: Hauke Thomas

Kulturpartner Rupertihof

Wie will ich im Alter leben? Selbstbestimmt und dennoch aufgehoben in einer Gemeinschaft, das wünschen sich viele Menschen. Der Rupertihof in Rottach-Egern hat ein Konzept entwickelt, in dem auch die Kultur ein wesentliches Element ist.

„Uns ist es wichtig, dass die Menschen viel von ihrem bisherigen Leben mitbringen und viele neue Anregungen bekommen“, betont Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür vom Kuratorium Wohnen im Alter, Stift Rupertihof, unserem neuen Kulturpartner.

Anregungen im Rupertihof

Diese neuen Anregungen umfassen verschieden Bereiche, sowohl Präventivmaßnahmen, was die Gesundheit anbelangt, als auch politische Diskussionen, eigenes bürgerschaftliches Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner für die Gesellschaft und Kultur.

Rupertihof
Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür. Foto: Lisa Hantke

Hier geht es sowohl um Angebote als auch eigenes Tun. „Wir bieten eine bunte Palette von Ausflügen und Veranstaltungen an“, erzählt Lisa Brandl-Thür. Fahrten in Ausstellungen, in die Oper oder ins Museum stehen regelmäßig auf dem Programm. Im Haus gibt es ein reiches Programm an Vorträgen, Lesungen und Konzerten an.

Bei den Vorträgen könne man neben auswärtigen Referenten auch auf das Potenzial der Bewohner zurückgreifen, berichtet die Stiftsdirektorin. Denn der Rupertihof ist ein Haus für gehobene Ansprüche und so finden sich unter den hier Wohnenden Experten, die Spannendes aus ihrem früheren Berufsleben berichten können, wie Ärzte oder Ingenieure.

Malkurse und Ausstellungen

Wichtig für ein sinnvolles Leben im Alter ist das eigene kreative Tun. Dieses wird im Rupertihof mit sehr unterschiedlichen Angeboten motiviert. Die Kunsttherapeutin Angelika Stauber hat Malkurse angeboten. „Da ging es um Seelenbilder, um das Innere und es war eine tolle Erfahrung für die älteren Menschen“, sagt Lisa Brandl-Thür. Dieses Angebot, das in einer Ausstellung mündete, wolle man auch fortsetzen.


Erica Friedrich-Kerckow mit einer Kalligrafie im Rupertihof. Foto: Ines Wagner

Daneben zeigen auch Künstlerinnen des Hauses in Ausstellungen ihre Werke. So konnte Erica Friedrich-Kerckow einen Einblick in ihre kalligrafischen Arbeiten präsentieren, die sie jüngst der Stadt Miesbach schenkte.

Lesetipp: Bilderschenkung an die Stadt Miesbach

Ganz wichtig sei auch die Musik. „Da richten wir uns ganz nach den Wünschen der Bewohner“, betont die Chefin des Hauses, „aber wir probieren auch mal was Neues aus“. Ein immer im Dezember wiederkehrendes Angebot ist ein Konzert mit Anna und Laura Handler, beide hochkarätige Musikerinnen, die eine enge Beziehung zum Haus und seinen Bewohnern aufgebaut haben. „Da sind echte Freundschaften entstanden“, weiß Lisa Brandl-Thür.

Rupertihof
Anna und Laura Handler im Rupertihof. Foto: Hauke Thomas

Aber es gibt auch zu Silvester Unterhaltungsmusik und zum Rosenmontag kommt die Haushamer Crachia vorbei. Bei Schlagerabenden sängen die Bewohnerinnen am Mikrofon mit und zum Maifest oder bei den Sommerfesten ist bayerische Volksmusik angesagt.

Sehr gut kommen auch die CD-Konzerte von Kunigunde Bagemihl an. Die klassikbegeisterte Bewohnerin sucht Musik passend zur Jahreszeit aus und gibt Erläuterungen zu den Komponisten und den Stücken.


Sommerkonzert mit Marina und Michael Kaljushny. Foto: Hauke Thomas

Die regelmäßig angebotenen Filmeabende richten sich auch nach den Wünschen der Bewohner. Im Februar gab es beispielsweise zwei Abende mit Kurzfilmen von Dick und Doof.

Ein großer Erfolg im Rupertihof ist die Verknüpfung von Jung und Alt. Seit Jahren besteht eine enge Beziehung zum Gymnasium Tegernsee. „Beim Gespräch der Generationen sprechen die Schülerinnen und Schüler mit unseren Bewohnern über eine bestimmte Zeitspanne ihres Lebens“, erklärt Lisa Brandl-Thür. Das sei eine Bereicherung für die Jugend ebenso wie für die Senioren.

Als Hermann Hesse und als Arthur Schopenhauer trat Andreas Belwe auf, der von seiner Spielpartnerin Hanna Zitzmann im Rahmen einer „Talkshow“ interviewt wurde. Er hat auf die Fragen ausschließlich mit Originalzitaten Hesses und Schopenauers geantwortet.

Rupertihof
Dr. Andreas Belwe und Hanna Zitzmann. Foto: Hauke Thomas

Die Bewohnerinnen und Bewohner engagieren sich auch immer wieder bei diversen Projekten. Zum einen organisiert der Stiftungsbeirat Hilfe untereinander sowie eine Bibliothek, zum anderen beteiligen sich die Senioren an Basaren für gute Zwecke, wie Bergwacht, Tafel oder Rotes Kreuz. Die einen stiften dafür Raritäten aus ihrem Besitz, die andern stricken oder häkeln nützliche Dinge für den Verkauf.

Neben Gedächtnis- und Fitnesstraining wird auch Tanzen angeboten. „Da lernen sich Paare kennen und verleben noch ein wunderschönes Miteinander“, freut sich die Stiftungsdirektorin.

Gutes Sterben

Sie betont auch, dass die Begleitung das Leben bis zum Ende umfasst. „Wir wollen ein gutes Sterben ermöglichen“, sagt sie, die Gründungsmitglied des Hospizkreises Miesbach ist und Wert darauf legt dass ihre Mitarbeiter in Palliativ Care ausgebildet sind. Man arbeite eng mit einem ambulanten Palliativteam zusammen „und für die, die es wollen auch mit einem Seelsorger“.

Generell seien alle Angebote, auch die kulturellen oder die mit bürgerschaftlichem Engagement, Einladungen, die Freude bereiten sollen. „Manche aber wollen auch nur allein bleiben“, meint sie. Andere wiederum freuen sich auf den Damen- oder Herrenstammtisch, auf Ausflüge, Vorträge, Konzerte, Lesungen, Filme und vieles andere mehr.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Bitte besuchen Sie uns auf