Trostweihnacht

Trostweihnacht in Holzkirchen

Aussegnungshalle am Neuen Friedhof Holzkirchen. Foto: Monika Heppt

Am heutigen Heiligen Abend lädt Harald Petersen um 16.30 Uhr in die Aussegnungshalle am Neuen Friedhof zu einer Trostweihnacht ein. Gedacht ist dieses neue Format für Menschen, die trauern oder die einsam sind.

„Der Heilige Abend ist ein besonderer Tag, dem man sich nicht entziehen kann, auch wenn man keine Lust dazu hat“, sagt Harald Petersen. Der Pastoralreferent im Dekanat Miesbach möchte all denen, denen das übliche Konzept der heilen Familie und der glänzenden Kinderaugen vor dem leuchtenden Christbaum schwerfällt, eine Alternative anbieten.

Es ist eine Premiere im Landkreis Miesbach. Er habe die Idee von einer Kollegin aus Kolbermoor übernommen, die ihrerseits das Konzept der Trostweihnacht von Kollegen aus der Diözese Linz übernommen habe. „Der Schwerpunkt ist für Trauernde, deshalb findet es auch in der Aussegnungshalle statt“, sagt Harald Petersen vom Pfarrverband Holzkirchen-Warngau.

Trostweihnacht
Pastoralreferent Harald Petersen. Foto: Jelena Moro

Er werde den Spagat zwischen einer klassischen Wortgottesfeier mit viel passender Musik und meditativen Momenten versuchen, sagt der Holzkirchner. Und er werde vermitteln, dass es erlaubt ist, traurig zu sein.

Er werde auch den Kern der Weihnachtsbotschaft betonen: „Maria und Josef war es auch nicht lustig zumute, als sie allein unterwegs waren und abgewiesen wurden.“ Für Menschen, die auf der Straße stehen oder denen es nicht gut geht und die nicht wissen wohin mit sich selbst, auch für die stehe ein guter Stern am Himmel.

Trostweihnacht
Maria und Josef. Foto: Myriams-Fotos auf Pixabay

Er sehe seinen Auftrag darin, ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, aber die Trauer anzuerkennen und nicht einen billigen Trost zu spenden. Die Trostweihnacht solle zeigen, dass Trauernde und Einsame nicht allein sind, wenn die ganze Welt feiert, sondern dass es auch noch andere gibt, denen es ähnlich geht.

Trostweihnacht
Die Rose von Jericho entfaltet sich, wenn sie ins Wasser gelegt wird. Foto: MZ

Diese Hoffnung werde er symbolisch mit einer toten Wurzel, der er eine rote Rose hinzugesellt, zeigen: Es ist ein Ros‘ entsprungen, aus einer Wurzel zart. Aber auch die Rose von Jericho könne ein solches Zeichen der Hoffnung sein, die, ins Wasser gelegt, sich wieder voll entfaltet und ergrünt.

Trostweihnacht
Aussegnungshalle. Foto: Monika Heppt

Die Trostweihnacht sei ein offenes Angebot, auch für Menschen, die nicht in die Kirche gehen. Deshalb werde er nicht mit einer Liturgie überfallen. „Es ist eine Quadratur des Kreises“, meint der Pastoralreferent, ein Testballon und er werde sehen, ob sein Konzept funktioniere oder ob er für die nächsten Jahre etwas verändern müsse.

„Ich probiere es, ob es fünf oder 50 Leute werden, ist egal“, meint er. Die Trostweihnacht werde im Hinblick auf die Zielgruppe dreißig Minuten dauern, anschließend gibt es um 17 Uhr ein Standkonzert auf dem Friedhof.

Trostweihnacht
Kreuz am Neuen Friedhof Holzkirchen. Foto: Monika Heppt

Er selbst werde mit seiner Familie den Heiligen Abend feiern. Diese werde, während er in der Aussegnungshalle die Trostweihnacht anbiete, zur Krippenfeier ohne ihn gehen. „Die Familie ist es gewöhnt, Augen auf bei der Berufswahl“, lacht er. Aber danach treffe man sich zuhause. „Ich gehöre glücklicherweise zu denen, die die heile Welt am Heiligen Abend genießen können.“ Aber er kenne auch die andere Seite in seinem Leben und wisse, das am Heiligen Abend alles anders sei.

Und so hoffe und wünsche er, dass dieses neue Angebot der Trostweihnacht am heutigen besonderen Abend von Trauernden und Einsamen angenommen werden könne.

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