Soulchor Weyarn

Girgl statt Satchmo

WeyHalla Soulchor und Tänzerinnen der Ballettschule Holzkirchen. Foto: Becky Köhl

Revue in Weyarn

Mit der James Bond Show „Secret Soul Service” begeisterte der WeyHhalla Soulchor und Tänzerinnen der Ballettschule Holzkirchen das Publikum an zwei Abenden in der WeyHalla. Und am Ende berührte Chorleiterin Any Kohlmorgen mit einer Botschaft.

1962 war es, als Sean Connery erstmals im Dienste Ihrer Majestät als Geheimagent 007 James Bond verkörperte. Zum 60. Geburtstag dieser legendären Filmreihe mit weltbekannter Musik lud der WeyHalla Soulchor zu einer spektakulären Show ein, die Ohr und Auge gleichermaßen faszinierte.


Modern dance. Foto: Becky Köhl

Als Partner der Show konnte die Ballettschule Holzkirchen unter Leitung von Isabella Winkler gewonnen werden. Damit gelang ein künstlerisches Gesamtkonzept, eine Revue, denn neben Musik und Tanz gab es fantastische Akrobatik und Heike Rother und Georg Oechsner führten als Conférenciers durch den Abend, der durch effektvolles Licht von Matthias Wolf sein I-Tüpfelchen erhielt.


Tanz, Musik und Licht. Foto: Becky Köhl

Von Turnhalle keine Spur mehr als die Show begann. Musik, Nebelschwaden, Licht, der Chor in festlicher Kleidung in Schwarz und in Weiß und die Tänzerinnen in immer wieder wechselnden glitzernden Kostümen, ein glamouröser Abend begann.


WeyHalla Soulchor unter Leitung von Any Kohlmorgen. Foto: Becky Köhl

Unter der professionellen Leitung von Anika Kohlmorgen, die die Chorsätze adaptiert, arrangiert und einstudiert hatte, sang der WeyHalla Soulchor in unterschiedlichen Besetzungen einfühlsam die bekannten Songs aus verschiedenen Bondfilmen. Die 40 Sängerinnen und Sänger gestalteten das abwechslungsreiche Programm mit Enthusiasmus.

Immer wieder konnten Solistinnen und Solisten des Chores: Gudrun Braun, Conny Schnitzenbaumer, Dorothea Reitz, Katrin Wedekind, Mara Adams-Wedekind, Isabell Fiechter, Heidi Steger, Conny Glemnitz, Monika Fischer, Georg Braun, Georg Oechsler, Hermann Neuner ihre sängerischen Kompetenzen zeigen.

WeyHalla Soulchor
„Goldfinger“. Foto: Becky Köhl

Das Outfit des Chores unterstrich die Titel, so etwa die immer wieder empor gereckten goldenen Hände bei „Goldfinger“.

Anika Kohlmorgen selbst ist nicht nur engagierte Chorleiterin, sondern hervorragende Sängerin. Ihre Interpretation von Antonio Vivaldis „Cum Dederit“ aus dem Film „Spectre“ erzeugte Gänsehautfeeling. Und WeyHalla-Wirt Girgl Ertl riss das Publikum mit seiner Reibeisenstimme als „Satchmo“ Louis Armstrong mit dem Song „We have all the time in the World“ zu tosendem Applaus hin.


Girgl Ertl als Satchmo. Foto: Becky Köhl

Auch die Formation der Soul Sisters mit Any Kohlmorgen, Susi Bosch, Katrin Wedekind, Monika Fischer und Christine Rank in ihren blau glitzernden Kleidern, die den Abend mit „Tomorrow never dies“ eröffneten, überzeugte das Publikum mit ihrer Performance.

Und die Soul Kidz Sebastian Vöth, Mayra Kohlmorgen, Mara Adams-Wedekind, isabell Fiechter, Lola und Anna Schnitzenbaumer bereicherten mit ihren klaren Stimmen den Doppelsong „Writings on the Wall/No time to die-Mashup“, den Tom Fiechter an der Gitarre begleitete.

WeyHalla Soulchor
Soul Sisters. Foto: Becky Köhl

Für das Auge sorgten die Tänzerinnen der Ballettschule Holzkirchen, von Leiterin Isabella Winkler ganz großartig choreografiert. Ballettschülerinnen ebenso wie Modern Dance Gruppen unterschiedlicher Altersklassen gaben dem Abend das perfekte Revue-Feeling. In harmonischen, abgestimmten Bewegungen und in fantastischen abwechslungsreichen Kostümen begeisterten sie das Publikum und es gab immer wieder Szenenapplaus.


Modern Dance. Foto: Becky Köhl

Die Auftritte mit Taucherbrillen, Schmetterlingsflügeln, Operngläsern, in Tutus oder Glitzerkostümen, immer war das Outfit den Titeln angepasst und immer war auch die professionelle Choreografie in Zusammenhang mit dem James Bond Song. Schwingend und schwebend und gefühlsbetont tanzten die Mädchen ihr Solo ohne den Chor in „Wine with Stacy“.

Soulchor Weyarn
Tabea Henle und Lukas Schwaiger (l.) und Lena Eberherr (r.). Foto: Becky Köhl

Glanzpunkte setzen darüber hinaus dem Abend die Akrobaten aus der Gruppe Movimento vom TSV Grafing auf. In einer Paarakrobatik mit faszinierenden Hebefiguren überzeugten Tabea Henle und Lukas Schwaiger, während Lena Eberherr mit ihrer faszinierenden Show in und am Netz das Publikum zu Begeisterungsstürmen animierte.

Geschüttelt oder gerührt

Heike Rother und Georg Oechsner führten charmant durch das Programm und hatten eine Reihe spannender Informationen parat, etwa, dass Tom Jones bei einem Song ob der hohen Töne ohnmächtig wurde, oder dass ein zu offenherziges Filmplakat überarbeitet werden musste. Die Zuhörenden erfuhren auch den wissenschaftlich begründeten Unterschied zwischen geschüttelt und gerührt oder dass der Song „Skyfall“ einen Oscar gewann.

Gemeinsam Brücken bauen

Dem Abend voller Glanz und Emotionen setzte Any Kohlmorgen noch mit ihrer Schlussmoderation eine wichtige Botschaft drauf. Der Chor, so sagte sie, bilde einen Querschnitt der Gesellschaft mit sehr konträren Meinungen, so zum Impfverhalten, ab. Diesen Abgrenzungen aber setze der Soulchor ein gemeinsames Konzert entgegen. „Das braucht unsere Gesellschaft, dass wir gemeinsam Brücken bauen“, und symbolisch treten die Tänzerinnen der Ballettschule Holzkirchen mit Kerzen auf.

Zum Weiterlesen: WeyHalla für Popkulturpreis vorgeschlagen

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